Eine dichte, bewegte Winterlandschaft in expressiven Violett‑, Blau‑ und Rosatönen füllt die Fläche. Breite, pastose Spachtelspuren überlagern sich zu einem wirbelnden Farbraum, in dem kurze Akzente von Gelb und kleine Schwarzpunkte wie funkelnde Kälteblitze aufleuchten. Links formt sich aus tiefem Purpur die schemenhafte Silhouette einer gehenden Figur – mehr Spur als Porträt –, die sich durch das Farbgemenge vorwärtsbewegt. Rechts steigt ein realer, weiß gefasster Zweig aus dem Bildträger auf und durchschneidet die Malerei wie ein winterlich kahler Baum; sein plastischer Schatten betont den haptischen Charakter des Werkes.
Der Kontrast zwischen körperlicher Materie (Zweig, Kleister, dicke Acrylschichten) und der fließenden, fast traumhaften Farbigkeit erzeugt ein Gefühl von Stille und Bewegung zugleich – ein Spaziergang im Winter, bei dem Luft, Licht und Schritte zu einer Erinnerung verschwimmen.